Original.png
20200512_105517.jpg
IMG_20201010_162548.jpg
Kamille.jpg

Der Herbst leuchtet in warmen Farben und ein Spaziergang in der Farbpracht tut der Seele gut. Man saugt die Farben jedoch mit einer kleinen Portion Wehmut auf, wohlwissend dass der Winter naht.

Ich wünsche Euch von Herzen Gesundheit und ein buntes farbiges Gemüt, um den Winter gut zu verbringen!

„Lass alles Unnötige los und sammle deine Kräfte!“  

Das ist mein Rat für den Herbst.

Oktober 2021
 

Aktuelles Pflanzenportrait

 

Der Weißdorn

 

Im Moment sind die Früchte des Weißdorns reif. Sie schmecken mehlig und haben einen Kern. Man kann sie essen, wird aber kein Geschmackshighlight dabei erleben, weshalb Weißdorn häufig in Kombination mit Äpfeln verarbeitet wird.

,,In der Kräuterküche verwende ich Weißdorn für Obstmus (Apfel- Weißdornmus), oder ich setze aus den Blüten eine Tinktur an. Die Tinkur ist ein bewährtes Herzmittel und kann in Apotheken als „Crataegutt – Tropfen“ erworben werden. Auch in den guten alten „Korodin Tropfen“ ist Weißdorn ein wichtiger Bestandteil. Im Frühjahr labe ich mich an den köstlichen Weißdornknospen, die einen säuerlich erfrischenden Geschmack haben und meine Salate aufpeppen. Die aufbrechenden Knospen sammle ich und trockne sie, um sie dann als Tee zu trinken.

 

Der botanische Name der Weißdorne (Crataegus) leitet sich vom griechischen Wort "krataigos" ab und bedeutet "stark" oder "fest". Er bezieht sich auf das zähe und harte Holz. In Europa und Asien gibt es rund 90 verschiedene Weißdorne, in Nordamerika sogar bis zu 1000. Allen Weißdornarten gemein ist, dass sie zu den Rosengewächsen zählen. Schaut man eine Weißdornfrucht genau an, kann man die Verwandtschaft mit dem Apfel deutlich erkennen.

Der klassische Weißdornbusch ist in Hecken zu finden. Hecken sind häufig Wohnorte für Insekten, sie vernetzten verschiedene Lebensräume (Äcker- Wiesen- Wald) und schützen das Getreide vor Wind. Zudem verhindern sie, dass die Erde an Hängen zu stark abgetragen wird.  Der Ertrag eines Feldes kann mit der Bepflanzung von Hecken somit gesteigert werden. Die Insekten fressen die Schädlinge, das Korn bleibt stehen und die Erde wird nicht abgetragen.

Nicht zuletzt zählt der Weißdorn zu den magischen Bäumen. In Schottland glaubte man früher an die mystischen Kräfte des Weißdorns – er galt als Hüter der Elfenwelt. An einem Weißdorn konnten die Menschen die Grenzen überwinden und in das Reich der Feen gelangen. In Irland glaubt man auch, dass Feen in Weißdornbäumen wohnen. Bis heute gilt, dass man allein stehende Weißdornbäume aus diesem Grund nicht anrühren sollte, denn man fürchtet die Rache der Feen. Manche Straße wurde lieber um einen solchen Baum geführt, um ihn nicht zu fällen. Wer jedoch einen Weißdorn auf seinem Land stehen hat, den soll Glück und Wohlstand erwarten, weil ein Weißdorn vor dem Haus vor bösen Geistern, Blitz und Sturm schützten solle.

Ich erfreue mich im momentan an der rote Farbe der Weißdornrüchte. Das Klettern und Kraxeln erlernte ich als Kind an einem Weißdornbaum, der schon sehr alt war und viele Generationen von Kindern eingeladen hat, darauf zu klettern und die Magie des  Baumes zu erspüren. Dieser Baum steht heute noch am Uhlbergturm und bis heute klettern Kinder darauf herum. Weißdorne können nämlich sehr alt werden!

IMG-20201110-WA0005.jpg